Eigenen Mitgliederbereich mit Claude bauen: Login, Kursvideos und Fortschrittsanzeige statt Kursplattform-Abo

Von Ernst Neumeister · Lesezeit ca. 3 Minuten

Bei mir stand die Verlängerung von MemberSpot an. Das hätte mich über tausend Euro im Jahr gekostet. Also habe ich mir meinen eigenen Mitgliederbereich gebaut: mit Login, Kursvideos und Fortschrittsanzeige, in meinen Farben.

Ich habe dafür anderthalb Tage gebraucht, und er läuft bis heute. Wenn du für MemberSpot, Mentortools, Coachy oder eine andere Kursplattform zahlst, kannst du dir deine auch bauen. Hier sind der Prompt, der Ablauf und die ehrlichen Grenzen.

Das bekommst du am Ende

Das brauchst du

Schritt 1: Claude Code öffnen und meinen Prompt einfügen

Öffne die Claude-Desktop-App am Computer und wechsle zu „Code“. Wähle einen neuen, leeren Ordner und kopiere den Prompt unten hinein.

Schritt 2: Das Interview beantworten

Claude interviewt dich. Wie heißt dein Kurs, welche Module gibt es, und wer bekommt Zugang?

Schritt 3: Erst den Plan lesen, dann freigeben

Hier machen die meisten den Fehler: Sie lassen Claude sofort losbauen. Lass dir stattdessen erst einen Plan schreiben, lies ihn in Ruhe und gib ihn dann frei. Bei Mitgliederbereichen ist das besonders wichtig, denn hier geht es um Logins und Daten fremder Menschen.

Schritt 4: Bauen und online stellen

Danach baut Claude alles und stellt es für dich online, auf deiner eigenen Domain.

Schritt 5: Mitglieder einladen

Und schon hast du einen Login für deine Mitglieder, deine Kursvideos mit Fortschrittsanzeige und alles in deinen Farben.

Der komplette Prompt zum Kopieren

Kopiere diesen Text in Claude Code. Der Plan-Schritt ist bewusst eingebaut:

Du bist mein Berater und App-Baumeister. Ich bin kein Entwickler: Erkläre alles in einfachen Worten und sag mir, wo ich selbst etwas klicken oder eintragen muss.

ZIEL
Ich möchte meinen eigenen Mitgliederbereich für meinen Online-Kurs bauen (Ersatz für eine Kursplattform wie MemberSpot, Mentortools oder Coachy).

DAS MUSS ES KÖNNEN
1. Ein Login für meine Mitglieder (E-Mail und Passwort, mit Passwort-zurücksetzen).
2. Mein Kurs mit Modulen und Lektionen. Jede Lektion hat ein Video, einen Text und optional Downloads.
3. Eine Fortschrittsanzeige: Mitglieder sehen, welche Lektionen sie abgeschlossen haben.
4. Eine einfache Verwaltung nur für mich: Mitglieder einladen und entfernen, Lektionen anlegen und ordnen, Videos hochladen.
5. Alles in meinen Farben, auf meiner eigenen Domain.
(Alles, was hier nicht steht, brauche ich nicht. Bau es nicht "für später" ein.)

SO ARBEITEST DU
1. INTERVIEW: Stell mir nacheinander bis zu acht Fragen, immer nur eine auf einmal. Themen: Name und Aufbau meines Kurses (Module, Lektionen), wer Zugang bekommt und wie (Einladung, Einmalzahlung, Abo), wo meine Videos liegen, mein Design, meine Domain.
2. PLAN: Schreib mir danach einen Plan in einfachen Worten: Was kann die erste Version, was kann sie bewusst nicht, womit baust du sie und was kostet der Betrieb? Wähle den einfachsten Weg mit möglichst wenig Wartung. Speichere den Plan als Datei PLAN.md im Ordner und WARTE auf mein OK. Baue nichts, bevor ich den Plan freigegeben habe.
3. BAUEN: Baue die erste Version in kleinen Schritten und sag mir nach jedem Schritt, wie ich ihn ausprobieren kann.
4. TESTEN: Teste selbst, bevor du mir etwas zeigst, und sag mir ehrlich, was noch nicht funktioniert.
5. SICHERHEIT: Passwörter und Zugangsschlüssel gehören nie in Dateien, die veröffentlicht werden. Speichere persönliche Daten nur dort, wo ich es vorher bestätigt habe.
6. DATENSCHUTZ UND ZAHLUNG: Erkläre mir, welche Daten meiner Mitglieder gespeichert werden und wo, was ich dafür in der Datenschutzerklärung ergänzen muss und wie Zugangsrechte geschützt sind. Zahlungen baust du nicht selbst, sondern schlägst mir einen etablierten Zahlungsanbieter vor, den ich später anbinde. Zeig mir am Ende, wie ich ein Mitglied einlade, ein Video hochlade und eine Sicherung mache.

Ehrliche Grenzen

Ein eigener Mitgliederbereich ist kein Wochenendprojekt für jeden. Diese Punkte solltest du vorher kennen:

Wenn dir das zu viel ist: Bei wenigen Mitgliedern lohnt sich der Eigenbau nicht immer. Bei mir hat sich die Kostenersparnis gelohnt.

Die 4 Stolperfallen

  1. Sofort losbauen lassen. Erst Plan, dann Freigabe. Bei Logins und Mitgliederdaten ist ein sauberer Plan Pflicht.
  2. Zahlungen selbst bauen. Lass Claude einen etablierten Zahlungsanbieter vorschlagen und anbinden. Eigenbau ist hier riskant.
  3. Zugangsdaten in Dateien. Passwörter und Schlüssel gehören nie in Dateien, die veröffentlicht werden.
  4. Keine Sicherung. Frag Claude gleich, wie du Mitgliederdaten und Videos sicherst.

Häufige Fragen

Kann das MemberSpot oder Mentortools wirklich komplett ersetzen?

Für einen Kurs mit Login, Videos und Fortschritt: ja, so habe ich es gemacht. Wenn du Community-Funktionen, Zertifikate, Zahlungsabwicklung oder viele Mitglieder brauchst, wird es aufwendiger. Prüf vorher, welche Funktionen du wirklich nutzt.

Was kostet der Betrieb?

Das hängt vor allem vom Video-Hosting ab. Claude nennt dir die Kosten im Plan, bevor es baut. Für kleine Kurse sind die laufenden Kosten oft deutlich niedriger als eine Plattformgebühr.

Wie lange dauert das?

Bei mir waren es anderthalb Tage bis zur laufenden Version. Rechne für deinen ersten Mitgliederbereich eher einen bis zwei Tage und ein paar Tage Feinschliff.

Keine Lust, das selbst zu bauen?

Verständlich 😄 In meiner kostenlosen Community kannst du jederzeit in einen bezahlten Plan (Premium oder VIP) upgraden. Dort findest du den Kurs „Nie wieder für Software zahlen“ mit meinen fertigen Setups, und Claude passt sie nur noch an dein Business an.

Und jetzt du

Öffne Claude Code, kopier den Prompt und lass dir zuerst den Plan zeigen. Wenn er passt, hast du bald einen Mitgliederbereich, der dir gehört, und beim nächsten Verlängerungsdatum musst du nichts mehr verlängern. ❤️

PS: Falls du über „Kommentiere MITGLIEDER“ hierher gekommen bist – die DM kam von meinem selbstgebauten ManyChat-Ersatz. Wie du dir das baust, zeige ich dir in meiner kostenlosen Community: hier geht's direkt zum Video. 😉

Das Reel zur Anleitung

Reel auf Instagram ansehen